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September 01, 2026 6 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Japanischer Grüntee verlangt kühleres Wasser und kürzere Ziehzeiten als die meisten anderen Teesorten. Sencha gelingt mit 70 Grad und 30 bis 60 Sekunden, Gyokuro dagegen braucht nur 50 bis 60 Grad und etwas mehr Zeit. So holst du aus denselben Blättern über mehrere Aufgüsse hinweg unterschiedliche Geschmacksbilder heraus.
Dieser Ratgeber geht bewusst tiefer als ein allgemeiner Überblick zu grünem Tee und konzentriert sich auf die drei japanischen Sorten, bei denen Temperatur und Timing am meisten Unterschied machen: Sencha, Gyokuro und Kabusecha. Dazu gehört auch die passende Kyusu und die Frage, welches Wasser überhaupt geeignet ist.
Vier Stellschrauben entscheiden am Ende über das Ergebnis in der Tasse.
Sencha gelingt am ausgewogensten mit Wasser zwischen 70 und 80 Grad und einer ersten Ziehzeit von 30 bis 60 Sekunden. Bei dieser Kombination bleibt der Tee mild und rund, ohne dass die Blätter überzogen schmecken.
Für die Dosierung hat sich ein Verhältnis von rund 3 bis 5 Gramm Blatt auf 200 Milliliter Wasser bewährt, wie es unter anderem die Global Japanese Tea Association als Brühstandard beschreibt. Japanische Hersteller variieren dabei leicht: Manche setzen für einen milderen Geschmack auf niedrigere Temperaturen um 70 Grad und etwas längere Ziehzeiten, andere brühen kräftigere Sencha-Qualitäten bei knapp 90 Grad aber nur 30 Sekunden auf. Wer neu einsteigt, fährt mit 75 Grad und 45 Sekunden als Mittelweg gut.
Faustregel: Ein gehäufter Teelöffel Sencha auf 200 Milliliter Wasser ist ein guter Startpunkt. Schmeckt der Aufguss zu herb, hilft meist eine kürzere Ziehzeit mehr als weniger Blatt.
Unser Japan Sencha lässt sich nach diesem Schema unkompliziert im Alltag zubereiten, auch ohne Zubehör für Fortgeschrittene.

Gyokuro braucht mit 50 bis 60 Grad deutlich kühleres Wasser als Sencha, dazu eine längere Ziehzeit von 90 bis 150 Sekunden. Diese Zurückhaltung bei der Temperatur bewahrt den weichen, milden Charakter, für den die Sorte bekannt ist.
Der Grund liegt in der Herstellung: Gyokuro wächst rund 20 bis 21 Tage lang unter vollständiger Beschattung, bevor er geerntet wird. Diese lange Dunkelphase verändert das Blatt spürbar und führt zu einem runderen, weniger herben Geschmacksbild als bei offen gewachsenem Sencha, weshalb auch heißeres Wasser hier schneller zu bitteren Noten führen würde.
Weil Gyokuro so konzentriert getrunken wird, fällt die Dosierung im Verhältnis zum Wasser deutlich höher aus als bei Sencha. In der traditionellen Zubereitung kommen auf drei kleine Portionen von je etwa 30 Millilitern rund 7 bis 9 Gramm Blatt, wie es die Global Japanese Tea Association für die konzentrierte Methode beschreibt. Genau deshalb kommen für Gyokuro oft kleine, henkellose Gefäße ohne Sieb zum Einsatz, sogenannte Hohin oder Shiboridashi, statt der größeren Kyusu.
Hohin und Shiboridashi: Beide Gefäße verzichten auf Henkel und Metallsieb und eignen sich besonders für kleine, konzentrierte Portionen, wie sie bei Gyokuro üblich sind.
Wer die Sorte kennenlernen möchte, findet in unserem Japan Gyokuro aus Kagoshima einen Einstieg mit klar nachvollziehbaren Parametern.
Kabusecha liegt mit 60 bis 70 Grad Wassertemperatur und 60 Sekunden Ziehzeit genau zwischen Sencha und Gyokuro, sowohl geschmacklich als auch in der Zubereitung. In den meisten Ratgebern zu japanischem Grüntee wird diese Sorte nur am Rande erwähnt, dabei lohnt sich der genauere Blick.
Der Grund für die Zwischenstellung liegt wieder in der Beschattung vor der Ernte: Kabusecha wird nur etwa 7 bis 14 Tage teilweise abgedeckt, deutlich kürzer als die drei bis vier Wochen bei Gyokuro. Das Ergebnis ist ein Tee, der milder als klassischer Sencha schmeckt, aber nicht so weich und konzentriert wie Gyokuro.
| Sorte | Wassertemperatur | Ziehzeit (1. Aufguss) | Beschattung vor Ernte |
|---|---|---|---|
| Sencha | 70-80 °C | 30-60 Sekunden | keine bis kurz |
| Kabusecha | 60-70 °C | 60 Sekunden | ca. 7-14 Tage |
| Gyokuro | 50-60 °C | 40-90 Sekunden | ca. 20-21 Tage |
In der Praxis heißt das: Wer Sencha zu herb und Gyokuro zu aufwendig findet, bekommt mit Kabusecha einen guten Mittelweg, ohne die Zubereitung grundlegend umstellen zu müssen.
Japanischer Blatttee lässt sich in der Regel zwei bis vier Mal aufgießen, wobei jeder Durchgang ein eigenes Geschmacksbild liefert. Diese Mehrfachnutzung gehört bei Sencha, Kabusecha und Gyokuro zum festen Standard und ist keine Ausnahme für besonders hochwertige Blätter.
Bei den Herstellern gibt es dabei zwei unterschiedliche Herangehensweisen für den zweiten und dritten Aufguss. Manche erhöhen die Temperatur leicht und verkürzen gleichzeitig die Ziehzeit, weil das Blatt seine Aromen inzwischen schneller abgibt. Andere lassen die Temperatur konstant und kürzen nur die Zeit. Beide Wege führen zu einem trinkbaren Ergebnis, du kannst also ruhig ausprobieren, welche Variante dir persönlich besser schmeckt.
Vorsicht bei Werbeaussagen: Vereinzelt kursieren Angaben zu bis zu acht möglichen Aufgüssen bei Gyokuro. Der breite Branchenkonsens von Herstellern und Fachverbänden liegt bei zwei bis vier Aufgüssen. Solche Extremwerte solltest du eher als Ausnahme denn als Regel behandeln.
Ein einfacher Anhaltspunkt: Bleibt beim zweiten Aufguss die Ziehzeit gleich, wird der Tee oft kräftiger. Wird sie um ein Drittel verkürzt, bleibt der Geschmack dem ersten Aufguss ähnlicher.
Eine klassische Kyusu fasst je nach Größe meist 100 bis 400 Milliliter und ist damit für Sencha und Kabusecha im Alltag gut geeignet. Für Gyokuro greifen viele stattdessen zu den bereits erwähnten kleineren Hohin-Gefäßen, weil dort nur wenig Wasser pro Portion nötig ist.
Beim Ausgießen wird traditionell nicht eine Tasse nach der anderen randvoll gefüllt, sondern reihum in mehreren kleinen Portionen verteilt, damit alle Tassen die gleiche Stärke bekommen. Diese Technik nennt sich Mawashi-tsugi. Wichtig dabei: Die Kanne wird bis zum letzten Tropfen geleert, damit die Blätter nicht in der stehenden Flüssigkeit nachziehen und der nächste Aufguss nicht verfälscht wird.
Genauso entscheidend wie Temperatur und Kanne ist das Wasser selbst. Für japanischen Grüntee wird durchgängig weiches, kalkarmes Wasser empfohlen. Die Global Japanese Tea Association stuft Wasser mit einem Mineralgehalt von 0 bis 60 Milligramm pro Liter als weich ein. In Deutschland schwankt die Wasserhärte regional stark zwischen etwa 0 und über 20 Grad deutscher Härte, weiche Regionen liegen im Bereich von 0 bis 7 Grad. Wer sein Leitungswasser nicht kennt, findet die Werte meist beim örtlichen Wasserversorger.
Für heiße Sommertage eignen sich Gyokuro und tief gedämpfter Sencha zudem gut für die kalte Zubereitung: 10 Gramm Blatt auf einen Liter kaltes Wasser, ein bis zwei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, liefert ein milderes, weniger herbes Ergebnis als der heiße Aufguss. Wer mit dem passenden Zubehör starten möchte, findet in unserer Kyusu aus Keramik mit 200 Milliliter Fassungsvermögen eine solide Grundausstattung für Sencha und Kabusecha.
Was auf den ersten Blick wie drei getrennte Rezepte wirkt, Sencha, Kabusecha und Gyokuro, folgt am Ende demselben Prinzip: Je länger die Blätter beschattet wurden, desto kühler das Wasser und desto länger die Ziehzeit. Wer diesen Zusammenhang einmal verinnerlicht hat, kann jede neue japanische Sorte ohne Rezeptzettel richtig einschätzen.
Der praktischste nächste Schritt: Miss beim nächsten Aufguss Wasser und Ziehzeit einmal bewusst mit Thermometer und Uhr, notiere dir das Ergebnis und passe es beim zweiten Versuch gezielt an deinen Geschmack an. Nach zwei oder drei Durchgängen kennst du dein persönliches Optimum für Sencha, Kabusecha oder Gyokuro auswendig.
In der Regel lassen sich die Blätter zwei bis vier Mal aufgießen, wobei jeder Durchgang ein etwas anderes Aroma zeigt. Danach wird der Geschmack meist merklich schwächer. Wie viele Aufgüsse tatsächlich gelingen, hängt auch von der Blattqualität und der gewählten Ziehzeit ab.
Ja, solange das Wasser eher weich ist. In Regionen mit hartem, kalkreichem Wasser lohnt sich ein Blick auf die örtlichen Härtewerte, da sehr mineralreiches Wasser den Geschmack merklich verändern kann. Gefiltertes oder stilles Wasser ist eine einfache Alternative.
Meist liegt es an zu heißem Wasser oder einer zu langen Ziehzeit. Schon wenige Grad zu viel oder zehn Sekunden zu lang können bei Sencha den Unterschied zwischen rund und herb ausmachen. Ein Thermometer schafft hier schnell Klarheit.
Nein, eine normale kleine Kyusu funktioniert ebenfalls. Ein Hohin oder Shiboridashi ohne Sieb erleichtert wegen der geringen Wassermenge pro Portion lediglich das gleichmäßige Ausgießen. Für den Einstieg reicht auch bestehendes Zubehör völlig aus.
Am einfachsten gelingt das, indem kochendes Wasser einmal in ein zweites Gefäß und von dort in ein drittes umgegossen wird, was die Temperatur meist schon deutlich senkt. Ein Wasserthermometer schafft zusätzliche Sicherheit, bis das Umgießen ohne Messen zur Routine wird.
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