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Juli 28, 2026 6 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Hojicha ist ein japanischer Grüntee, der nach dem Dämpfen zusätzlich bei etwa 150 bis 200 Grad geröstet wird und dadurch seine typische bernstein- bis rotbraune Farbe sowie ein warmes, nussig-röstiges Aroma bekommt. Genau dieser Röstschritt hebt ihn vom Rest der japanischen Grüntees ab.
Wer zum ersten Mal von Hojicha liest, verwechselt ihn schnell mit Kukicha oder erwartet eine Röstung wie bei Schwarztee. Tatsächlich bleibt er botanisch ein Grüntee, mit einem zusätzlichen Hitzeschritt, der Farbe, Duft und Geschmack von Grund auf verändert.
Falls du Hojicha im Regal siehst und dich fragst, ob das wirklich ein Grüntee ist, hier die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:
Hojicha bezeichnet keine eigene Teepflanze, sondern eine Verarbeitungsstufe innerhalb der japanischen Grünteeherstellung. Nach der Ernte wird das Blatt wie bei jedem japanischen Grüntee zunächst gedämpft, damit die Oxidation stoppt und die grüne Farbe zunächst erhalten bleibt. Erst danach kommt bei Hojicha der entscheidende Schritt hinzu: Das gedämpfte Blatt wandert bei rund 150 bis 200 Grad in den Röster, traditionell in einem Porzellantopf über Holzkohle oder in einer rotierenden Trommel.
Der Name selbst verrät das Prinzip: hoji steht für „rösten", cha für „Tee". Als Rohstoff dient meist der kräftigere Bancha, gelegentlich aber auch feinerer Sencha oder das stängelreiche Kukicha, je nach Erzeuger und gewünschtem Charakter. Deshalb schmeckt Hojicha im Laden auch von Anbieter zu Anbieter oft ziemlich unterschiedlich.
Warum Hojicha trotz brauner Farbe ein Grüntee bleibt: Die internationale Norm ISO 20715:2023 führt gerösteten Grüntee als eigene Unterkategorie neben pfannengeröstetem, sonnengetrocknetem, gedämpftem und zu Pulver vermahlenem Grüntee. Entscheidend ist der Dämpfschritt direkt nach der Ernte, der die Oxidation stoppt, bevor die Röstung überhaupt beginnt.
Beim Rösten verändert sich das Blatt sichtbar: Aus sattem Grün wird ein warmes Rotbraun, und im Aufguss zeigt sich später ein klares Bernstein- bis Rotbraun statt des gewohnten Grüntee-Grüns. Eine Bräunungsreaktion namens Maillard-Reaktion sorgt dabei für die typischen Röstaromen, dieselbe Reaktion, die auch Kaffee oder Brotkrusten ihre Röstnote gibt. Wie sich Hojicha in die große Familie der Teesorten einordnet, zeigt unser Überblick zu Herkunft und Teesorten.
Hojicha schmeckt warm, nussig und leicht süßlich, mit sanften Röstaromen, die an Holz oder Karamell erinnern, und praktisch ohne die Bitterkeit, die ungerösteter Grüntee mitbringt. Der Grund liegt im Röstprozess selbst: Die hohe Hitze baut einen großen Teil der Bitterstoffe ab, die im ungerösteten Blatt für Adstringenz sorgen.
Genau das überrascht viele Neueinsteiger, weil Hojicha kaum noch an klassischen grünen Tee erinnert. Was genau in der Tasse passiert:
Röstgrade sind eine Konvention der Anbieter: Manche Teehändler unterscheiden hell, mittel und dunkel geröstete Hojicha-Chargen, um Intensität und Röstnoten einzuordnen. Eine verbindliche, branchenweite Skala dafür gibt es nicht, die Bezeichnungen variieren von Anbieter zu Anbieter.
Sencha, Kukicha und Matcha unterscheiden sich von Hojicha vor allem in einem Punkt: Ihnen fehlt der zusätzliche Röstschritt, der aus gedämpftem Grüntee erst einen Hojicha macht. Blattbasis, Anbau und Zubereitung variieren dabei zusätzlich von Sorte zu Sorte.
| Tee | Blattbasis | Verarbeitung | Farbe im Aufguss | Geschmackscharakter |
|---|---|---|---|---|
| Sencha | Junge, unbeschattete Blätter | Kurz gedämpft (ca. 15 bis 60 Sekunden), gerollt, nicht geröstet | Klares Grün | Frisch, grasig, leicht herb |
| Kukicha | Stängel, Stiele und Zweige, Nebenprodukt von Sencha, Gyokuro oder Matcha | Gedämpft, teils weiterverarbeitet zu Hojicha | Helles Grün bis Gelbgrün | Mild, leicht süßlich, wenig Adstringenz |
| Matcha | Beschattete Blätter (Tencha), zu Pulver vermahlen | Gedämpft, getrocknet, gemahlen, komplett mitgetrunken | Kräftiges, deckendes Grün | Umami-betont, cremig, keine Trennung von Blatt und Getränk |
| Hojicha | Meist Bancha, auch Sencha oder Kukicha | Gedämpft, danach bei ca. 150 bis 200 Grad geröstet | Bernstein bis Rotbraun | Nussig, röstig, kaum bitter |
Zwischen Kukicha und Hojicha gibt es eine Überschneidung, die gern zu Verwechslungen führt: Kukicha bezeichnet eine Rohstoffkategorie aus Stängeln, Stielen und Zweigen der Teepflanze. Hojicha beschreibt dagegen einen Verarbeitungsschritt, die Röstung nach dem Dämpfen. Ein Kukicha kann also selbst zum Ausgangsmaterial für einen Hojicha werden, bleibt dabei aber ein eigenständiger Tee mit eigenem Geschmacksprofil. Mehr zu seinem milden, leicht süßlichen Charakter liest du in unserem Beitrag zu Kukicha.
Matcha wiederum unterscheidet sich grundsätzlich in der Zubereitungslogik: Hojicha wird wie klassischer Tee aufgegossen, nur der Extrakt geht dabei ins Getränk über. Matcha-Pulver wird komplett mit Wasser aufgeschlagen und mitgetrunken. In der Tasse merkst du das sofort: hier ein klarer, leichter Aufguss, dort eine dichte, cremige Flüssigkeit.
Hojicha entstand in den 1920er-Jahren in Kyoto, als ein Teehändler eigentlich unverkäuflichen, minderwertigen Bancha röstete, um ihn doch noch absetzen zu können. Aus der Notlösung wurde ein eigenständiges Geschmacksprofil, das sich bis heute in ganz Japan gehalten hat.
Laut der Global Japanese Tea Association begleitet Hojicha in Japan bis heute ganz selbstverständlich Mahlzeiten, sowohl heiß aufgegossen als auch gekühlt. Außerhalb Japans hat sich das Bild in den letzten Jahren erweitert: Neben losem Blatttee gibt es Hojicha zunehmend auch als feines Pulver, das sich für Latte-Getränke, Desserts oder Gebäck eignet. Bei Pulverprodukten landet, ähnlich wie bei Matcha, das komplette verarbeitete Blattmaterial im Getränk oder Gebäck. Wie tief Röstaromen wie diese in der japanischen Alltagskultur verwurzelt sind, zeigt unser Überblick zum japanischen Grüntee.
Koffein: oft unterschätzt, selten so niedrig wie gedacht. Nach den amtlichen japanischen Nährwerttabellen des Bildungsministeriums MEXT liegt der Koffeingehalt von aufgegossenem Hojicha bei rund 20 mg pro 100 ml, nahezu auf demselben Niveau wie bei Sencha. Die verbreitete Einschätzung „sehr koffeinarm" hängt vor allem mit dem verwendeten, oft reiferen Blatt- und Stängelmaterial zusammen, kaum mit der Röstung selbst.
Auch die Verbraucherzentrale Bayern ordnet Hojicha nüchtern ein: Er entsteht aus älteren Blättern und Stängeln, die nach dem Dämpfen kräftig geröstet werden, und enthält weniger Koffein als Matcha. Versprechen aus sozialen Medien zu angeblichen Extra-Effekten des Tees stuft die Verbraucherzentrale ausdrücklich als wissenschaftlich nicht belegt ein.
Hojicha eignet sich besonders für alle, die an frischem Grüntee die grasige Note oder eine spürbare Bitterkeit stört, aber trotzdem nicht auf die Ruhe eines Aufgusses verzichten möchten. Wer Röstaromen mag, wie sie auch von dunkel gerösteten Kaffeesorten oder gerösteten Nüssen bekannt sind, findet in Hojicha eine vergleichbare Wärme im Glas.
Auch für den späten Nachmittag bietet sich Hojicha an, einfach weil sein Charakter runder und milder wirkt als der von Sencha oder Gyokuro. Wer neu in der japanischen Teewelt ist, bekommt mit Hojicha außerdem einen unkomplizierten Einstieg, der weniger Fingerspitzengefühl bei der Zubereitung verlangt als empfindlichere Grüntee-Spitzensorten.
Am Ende zeigt Hojicha etwas, das in der japanischen Teewelt oft unterschätzt wird: Zwei Tees können vom selben Blatt stammen und trotzdem völlig unterschiedlich schmecken, allein weil ein einziger Verarbeitungsschritt dazwischenliegt. Genau deshalb behandelt die internationale Teenorm die Röstung als eigenen Punkt, obwohl Hojicha ein Grüntee bleibt.
Wer Hojicha zum ersten Mal probiert, dem hilft eine bewusste Gegenüberstellung: erst ein ungerösteter Sencha, direkt danach ein Hojicha aus vergleichbarem Blattmaterial. Dann schmeckst und siehst du direkt, was die Röstung ausmacht, ganz ohne Fachbegriffe, nur im Vergleich in der Tasse.
Rund 20 Milligramm pro 100 Milliliter Aufguss, ein Wert, der laut den amtlichen japanischen Nährwerttabellen fast identisch mit dem von Sencha ist. Damit liegt Hojicha koffeinmäßig deutlich näher an anderen Grünteesorten, als die verbreitete Einschätzung „sehr koffeinarm" vermuten lässt.
Die braune Farbe entsteht erst durch die Röstung nach der Ernte. Botanisch bleibt Hojicha trotzdem ein Grüntee, weil das Dämpfen direkt nach der Ernte die Oxidation stoppt. Genau diesen Ablauf führt auch die internationale Teenorm ISO 20715 als eigene Unterkategorie von grünem Tee.
Das wird oft durcheinandergebracht, aber es sind zwei unterschiedliche Konzepte: Kukicha bezeichnet eine Rohstoffkategorie aus Stängeln, Stielen und Zweigen der Teepflanze, Hojicha einen Verarbeitungsschritt, nämlich die Röstung nach dem Dämpfen. Ein Kukicha kann selbst als Ausgangsmaterial für einen Hojicha dienen, bleibt aber ein eigenständiger Tee mit eigenem Geschmack.
Ja, in Japan wird Hojicha traditionell sowohl heiß als auch gekühlt getrunken und begleitet dort ganz selbstverständlich Mahlzeiten. Die milde, wenig bittere Röstnote passt dabei ähnlich gut zu einem warmen Aufguss wie zu einer gekühlten Variante.
Kaum, die hohe Rösttemperatur baut einen Großteil der Bitterstoffe ab, die im ungerösteten Blatt für Adstringenz sorgen. Zurück bleibt ein nussig-süßliches Profil mit sanften Röstaromen, das deutlich milder wirkt als frischer Sencha oder Gyokuro.
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