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  • Juli 27, 2026 6 min Lesezeit

    Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.

    Japan Sencha aus Kagoshima und Shizuoka schmeckt spürbar anders, weil beide Regionen unterschiedliche Kultivare und Erntezeiten pflegen. Kagoshima erntet meist früher und baut auf ein breites Kultivar-Spektrum, Shizuoka setzt auf die Sorte Yabukita und auf kühle, nebelige Berglagen. Probierst du beide nebeneinander, merkst du den Unterschied meist schon beim ersten Schluck.

    Lange galt Shizuoka als die Nummer eins unter Japans Teeregionen. Die offiziellen Erntezahlen der letzten Jahre sehen inzwischen ganz anders aus, denn Kagoshima hat aufgeholt und Shizuoka bei der Erntemenge überholt.

    • Kagoshima hat Shizuoka 2024 erstmals seit Beginn der Statistik bei der Rohtee-Menge überholt.
    • Shizuokas Teeflächen liegen deutlich häufiger in kühlen Berglagen als die von Kagoshima.
    • Die Kultivar-Sorte Yabukita stammt aus Shizuoka, wird in Kagoshima aber seltener angebaut.
    • Tiefgedämpfter Sencha (Fukamushi) hat historisch seinen Ursprung in Shizuoka, nicht in Kagoshima.

    Wer produziert 2025 mehr Japan Sencha, Kagoshima oder Shizuoka?

    Kagoshima liegt seit 2024 bei der Rohtee-Produktion vor Shizuoka, ein Wechsel, den es seit Beginn der landesweiten Statistik 1959 nicht gegeben hatte. Mit rund 27.000 Tonnen und einem Marktanteil von 37 Prozent zog Kagoshima an Shizuokas 25.800 Tonnen vorbei, wie die Japanese Tea Reports der Global Japanese Tea Association dokumentieren. 2025 fiel dann auch beim Erstflusstee (Ichibancha) zum ersten Mal seit 1991 die Führung an Kagoshima, weil Shizuokas Ernte um 19 Prozent auf 8.120 Tonnen einbrach, während Kagoshima mit 8.440 Tonnen stabil blieb.

    Das hängt vor allem am Gelände selbst. Kagoshimas Teefelder liegen überwiegend flach und lassen sich großflächig maschinell bewirtschaften, was pro Fläche einen deutlich höheren Frischblatt-Ertrag ermöglicht als in Shizuokas gebirgigerem Anbaugebiet. Das erklärt einen Teil des Mengenvorsprungs, sagt über den Geschmack im Glas aber noch nichts aus.

    Welche Kultivare prägen den Geschmack in Shizuoka und Kagoshima?

    Shizuoka wird von einer einzigen Sorte dominiert, während Kagoshima bewusst auf Vielfalt setzt. In Shizuoka liegt der Flächenanteil der Sorte Yabukita laut JA Shizuoka bei über 90 Prozent der Anbaufläche, deutlich höher als der nationale Schnitt von rund 70 bis 78 Prozent. Yabukita wurde 1908 vom Bauern Sugiyama Hikosaburo in der Stadt Shizuoka selektiert und später zur Referenzsorte des ganzen Landes, was ihren Geschmack zum Maßstab macht, an dem sich viele andere Sencha messen lassen: ausgewogen, mild-grasig, ohne extreme Ausschläge in eine Richtung.

    Kagoshima geht einen anderen Weg. Der Anteil von Yabukita liegt dort bei nur rund 30 Prozent, den Rest teilen sich Sorten wie Yutaka Midori und Saemidori, wie der Kagoshima-Teeverband erläutert. Yutaka Midori gilt als kräftiger im Geschmack und wird häufiger tiefer gedämpft, Saemidori dagegen als milder mit geringerer Adstringenz. Weil in Kagoshima so viele Sorten nebeneinander wachsen, schmeckt der Sencha von Betrieb zu Betrieb deutlich unterschiedlicher als der recht einheitliche Yabukita-Geschmack aus Shizuoka.

    Kultivar als Geschmackstreiber: Die Sorte prägt den Geschmack oft stärker als die Präfektur auf dem Etikett. Zwei Kagoshima-Sencha aus Yutaka Midori und Saemidori können sich sensorisch stärker unterscheiden als ein Kagoshima- und ein Shizuoka-Sencha, die beide aus Yabukita stammen.

    Wie verändern Erntezeitpunkt und Klima die Tasse?


    Kagoshima erntet als südlichste große Teeregion Japans zwei bis vier Wochen früher als Shizuoka, mit dem frühesten Neuen Tee des Landes auf der vorgelagerten Insel Tanegashima bereits Ende März. Die Region insgesamt startet Anfang April in die Saison, während Shizuokas Markteröffnung laut Kagoshima-Teeverband regelmäßig zwei bis vier Wochen später liegt, 2022 etwa am 18. April gegenüber dem 6. April in Kagoshima. Frühere, wärmere Vegetationsperioden liefern zarteres erstes Blattmaterial, was tendenziell für einen leichteren, frischeren Aufguss spricht.

    Shizuokas Lage bringt dagegen andere Vorteile mit sich, vor allem in den Berglagen. Entlang der Flüsse Abe und Warashina wächst der sogenannte Honyama-Tee unter Flussnebel und starken Tag-Nacht-Temperaturunterschieden, was laut der Shizuoka Tea Wholesalers Cooperative zu besonders zartblättrigem, aromatischem Blattgut führt. Diese Bergtees tragen dort den Beinamen "Yama no kaori", Bergduft, weil ihr Aroma als ausgeprägter gilt als bei Tee aus tieferen Lagen. Kagoshima setzt zusätzlich verbreitet auf kurze Vorernte-Beschattung mit schwarzen Netzen, die rund eine Woche vor der Ernte bis zu 80 Prozent des Sonnenlichts blockieren, um Süße und Umami zu betonen und Bitterkeit zurückzunehmen, eine Praxis, die in Shizuokas klassischer Sencha-Produktion seltener zum Standard gehört.

    Ist Fukamushi-Sencha typisch für Kagoshima oder für Shizuoka?

    Tiefgedämpfter Sencha stammt historisch aus Shizuoka, nicht aus Kagoshima. Die Tiefdämpfung (Fukamushi) entstand vor rund 100 Jahren auf der Makinohara-Hochebene, weil dort in voller Sonne gewachsene, dickere Blätter mit gewöhnlicher Dämpfzeit zu bitter blieben, wie die Stadt Makinohara zu ihrer eigenen Teegeschichte schreibt. Die Technik wurde dort bis in die 1960er-Jahre verfeinert und gilt seither als Shizuokas eigener Beitrag zur Sencha-Verarbeitung.

    Auch die aktuellen Wettbewerbsergebnisse stützen dieses Bild. Bei nationalen Teeprämierungen gewinnt die Kategorie Fukamushicha regelmäßig Produzenten aus Kakegawa in Shizuoka, während Kagoshimas Region Minamikyushu seit über zwei Jahrzehnten die Kategorie "gewöhnlicher Sencha" für sich entscheidet. Die gängige Faustregel "Kagoshima tief gedämpft, Shizuoka klassisch" ist damit genau falsch herum. Kagoshimas historisch junge Teewirtschaft, die erst ab den 1960er-Jahren gezielt in eigene Qualität und Markenbildung investierte, hat sich über Sortenvielfalt und frische, unkomplizierte Sencha-Qualität profiliert.

    Welcher Sencha-Stil passt zu welchem Geschmackstyp?

    Wer einen ausgewogenen, gut vorhersehbaren Sencha sucht, findet in Yabukita-geprägtem Shizuoka-Tee die verlässlichere Wahl, weil dort überall dieselbe Sorte wächst und du deshalb ein ziemlich ähnliches Grundprofil bekommst. Shizuoka-Bergtees wie Honyama sprechen eher Liebhaber eines feineren, duftbetonten Aufgusses an, während Fukamushi-Sencha aus der Ebene um Kakegawa für alle interessant ist, die einen volleren, trüberen und milderen Aufguss mit kurzer Ziehzeit bevorzugen.

    Wer dagegen Abwechslung und ein kräftigeres, süßeres Geschmacksbild sucht, liegt mit Kagoshima-Sencha oft richtig, gerade wenn die Blätter aus früher Ernte und kurzer Vorernte-Beschattung stammen. Unser Japan Sencha im Sortiment zeigt diesen frischen, unkomplizierten Stil, mit dem Kagoshima sich in den letzten Jahrzehnten eine eigene Position neben Shizuoka aufgebaut hat. Kagoshima kann übrigens mehr als einfachen Sencha. Unser Gyokuro aus Kagoshima ist ein stark beschatteter Spitzentee und zeigt genau diese Bandbreite der Region. Mehr Hintergrund zu Herkunft und Kultur der Sorte liefert unser Grundlagen-Guide zu Japan Sencha.

    Zwei Teeregionen, zwei eigene Handschriften

    Beim Blick auf die Erntezahlen fällt vor allem auf, dass die größte Menge und der beste Geschmack eben nicht automatisch zusammengehören. Kagoshima produziert heute die größere Menge, Shizuoka hält bei Fukamushicha und bei Berglagen wie Honyama weiterhin die Wettbewerbe der eigenen Kategorie. Am Ende entscheidet in der Tasse vor allem, welche Sorte drinsteckt, wann geerntet wurde und wie stark gedämpft. Die Präfektur auf dem Etikett spielt dabei eine kleinere Rolle, als viele denken.

    Ein einzelner Auktionsrekord, wie der 2022 in Shizuoka erzielte Spitzenpreis für handgepflückten, handgerollten Shincha, bleibt ein Einzelfall am oberen Rand des Marktes und taugt kaum als Maßstab für die breite Qualität einer ganzen Region. Wer einen Japan Sencha wirklich einschätzen will, schaut deshalb genauer hin, was tatsächlich im Blatt steckt, unabhängig davon, wie bekannt die Herkunftsregion klingt.

    Häufige Fragen zu Japan Sencha aus Kagoshima und Shizuoka

    Ist Kagoshima-Sencha automatisch tiefer gedämpft als Sencha aus Shizuoka?

    Nein, das lässt sich pauschal nicht sagen. Die Tiefdämpfung (Fukamushi) hat ihren Ursprung in Shizuokas Makinohara-Region, und bei nationalen Wettbewerben gewinnen dort ansässige Betriebe aus Kakegawa die Fukamushicha-Kategorie regelmäßig, während Kagoshima eher bei klassischem, gewöhnlichem Sencha vorn liegt.

    Warum taucht Kagoshima-Tee in älteren Quellen kaum als eigene Herkunft auf?

    Weil Kagoshimas Teewirtschaft lange anonym blieb. Bis in die 1960er-Jahre wurde ein Großteil des dort angebauten Tees ungekennzeichnet nach Shizuoka und Uji verkauft und dort beigemischt, erst danach begann die Region, gezielt in eigene Qualität und eine eigenständige Markenbildung zu investieren.

    Wie wirkt sich die frühere Ernte in Kagoshima auf den Geschmack aus?

    Zarter und junger fällt das Blatt aus, weil Kagoshima als südlichste große Teeregion Japans schon Ende März bis Anfang April erntet, oft zwei bis vier Wochen vor Shizuoka. Das spricht für einen leichteren, frischeren Charakter im Vergleich zu später geerntetem Blatt, auch wenn Kultivar und Verarbeitung den größeren Einfluss auf das Endergebnis haben.

    Was bedeutet "Yama no kaori" bei Shizuokas Bergtees?

    "Yama no kaori" heißt wörtlich Bergduft und beschreibt das ausgeprägte Aroma von Bergtees wie Honyama entlang der Flüsse Abe und Warashina. Flussnebel und deutliche Tag-Nacht-Temperaturunterschiede in diesen Höhenlagen gelten als Ursache für besonders zartes, aromatisches Blattgut im Vergleich zu Tee aus flacheren Anbaugebieten.

    Ist ein hoher Auktionspreis ein verlässliches Qualitätszeichen für Japan Sencha?

    Ein hoher Auktionspreis sagt fast nichts über die Marktbreite aus. Der 2022 in Shizuoka erzielte Spitzenpreis für einen handgepflückten, handgerollten Shincha war ein außergewöhnlicher Einzelfall bei einer Auktion und kein Hinweis auf ein allgemeines Preis- oder Qualitätsniveau der Region.

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