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August 29, 2026 7 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Schwarztee zieht im Schnitt zwischen 2 und 5 Minuten bei 90 bis 100 °C, die genaue Zeit hängt aber stark von Sorte und Blattgrad ab. Ganzblättriger Assam braucht bis zu 5 Minuten bei voller Hitze, zartes Darjeeling First Flush ist schon nach 2 bis 3 Minuten fertig. Als Dosierung gelten dabei 2 bis 3 Gramm loser Tee pro Tasse.
Wer die Zeit nur schätzt, bekommt aus derselben Dose an einem Tag einen runden, malzigen Aufguss und am nächsten einen tanninschweren, adstringenten Sud. Der Unterschied liegt fast nie am Tee selbst, sondern an Wassertemperatur, Blattgrad und den Sekunden, die zwischen Aufguss und Sieb liegen.
Die folgende Übersicht bündelt die Richtwerte für die gängigsten Schwarztee-Sorten, damit du sie dir merken oder direkt ausdrucken kannst:
Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband nennt als Grundregel einen Teelöffel Tee pro Tasse, für eine ganze Kanne gern noch einen Löffel „für die Kanne" obendrauf. Ein Teelöffel entspricht je nach Blattgrad etwa 2 bis 3 Gramm Tee, bei feinen Fannings eher die untere, bei sperrigem Ganzblatt eher die obere Grenze.
Wer den Aufguss kräftiger mag, orientiert sich an der Empfehlung des Bundeszentrums für Ernährung, das für einen starken Sud 12 bis 14 Gramm pro Liter ansetzt und rät, Schwarztee direkt mit kochendem Wasser aufzugießen, anders als etwa Grüntee. Diese Basiswerte gelten für Schwarztee ganz allgemein. Sobald du zwischen Assam, Ceylon, Darjeeling oder aromatisiertem Earl Grey unterscheidest, verschieben sich Temperatur, Menge und vor allem die Ziehzeit spürbar, wie die folgende Tabelle zeigt.
Diese Übersicht zeigt die gängigsten Schwarztee-Sorten mit Blattgrad, Dosierung, Temperatur, Ziehzeit, möglichen Aufgüssen und dem typischen Geschmacksbild auf einen Blick.
Blattgrad kurz erklärt: Whole Leaf (Orthodox) meint ganze, gerollte Blätter mit kleiner Oberfläche, sie geben Aromen langsam ab. Broken-Qualitäten sind gebrochene Blattstücke, CTC (Crush-Tear-Curl) und Fannings sind noch feiner granuliert. Je kleiner das Stück, desto größer die Oberfläche und desto schneller die Extraktion.
| Sorte | Blattgrad | Wasser | Dosierung | Temperatur | Ziehzeit | Aufgüsse | Sensorik |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Assam | Whole Leaf / Orthodox | 200 ml | 2,5-3 g | 95-100 °C | 4-5 Min. | meist 2 | malzig, kräftig, leicht süßlich |
| Assam | Broken / CTC | 200 ml | 2-2,5 g | 95-100 °C | 3-4 Min. | meist 1 | malzig-herb, kräftige Farbe |
| Ceylon | Whole Leaf (OP) | 200 ml | 2,5-3 g | 95-100 °C | 2-3 Min. | meist 1 | spritzig-zitrisch, klar |
| Ceylon | Broken | 200 ml | 2-2,5 g | 95-100 °C | 1-2 Min. | meist 1 | kräftig-herb, dunkle Tasse |
| Darjeeling First Flush | Whole Leaf | 200 ml | 2-2,5 g | 90-95 °C | 2-3 Min. | meist 2 | blumig, hell, fein |
| Darjeeling Second Flush | Whole Leaf | 200 ml | 2-2,5 g | 90-95 °C | 3-4 Min. | meist 2 | muskatellerartig, bernsteinfarben |
| Earl Grey | Broken (Assam/Ceylon-Basis) | 200-250 ml | 2-3 g | 90-100 °C | 2-4 Min. | meist 1 | zitrisch-blumig durch Bergamotte |
Zur Aufgusszahl: Wie oft sich ein Blatt aufgießen lässt, ist ein Erfahrungswert und keine feste Regel. Ganzblatt-Assam und Ganzblatt-Darjeeling liefern häufig noch einen zweiten, feineren Aufguss, kleinteilige Broken- oder CTC-Qualitäten sind meist nach dem ersten Guss ausgeschöpft.

Assam liefert die kräftigste, malzigste Basis der Tabelle, mehr dazu im Assam-Portrait, während Ceylon spritzig-zitrisch bleibt und schneller durchgezogen ist, mit Hintergrund dazu im Beitrag Ceylon-Schwarztee: Herkunft & Geschmack. Darjeeling wechselt mit der Ernte: First Flush bleibt blumig-hell, Second Flush entwickelt das kräftigere, an Muskatwein erinnernde Aroma, das Kenner am meisten mit der Region verbinden.
Eine wiederholbare Tasse Schwarztee entsteht in vier Schritten, die sich in wenigen Minuten einspielen: Wasser richtig erhitzen, Kanne vorwärmen, exakt dosieren und die Zeit stoppen statt schätzen.
Ein feines Teesieb oder eine Kanne mit integriertem Sieb macht den letzten Schritt deutlich zuverlässiger als ein loses Herausfischen der Blätter. Im TeaClub findest du dafür passendes Zubehör sowie Assam-, Ceylon- und Darjeeling-Schwarztees, mit denen sich die Werte aus der Tabelle direkt nachstellen lassen. Für die allgemeinen Grundprinzipien rund ums Ziehenlassen lohnt sich zusätzlich ein Blick in unseren Grundlagenartikel Tee ziehen lassen.
Innerhalb der ersten zwei bis drei Minuten geht vor allem der runde, malzige Grundton aus dem Blatt ins Wasser über, danach steigt der Anteil an Gerbstoffen deutlich an. Das erzeugt genau den bitter-adstringierenden Eindruck, den viele mit „zu lange gezogenem" Schwarztee verbinden, wie eine Messreihe des Instituts Dr. Flad zu Gerbstoffgehalten in Tee zeigt.
Der Blattgrad verstärkt diesen Effekt zusätzlich: Je feiner das Blatt geschnitten ist, desto größer die Oberfläche, die mit dem Wasser in Kontakt kommt. Deshalb extrahiert eine CTC- oder Fannings-Qualität in der Hälfte der Zeit eines Ganzblatt-Tees eine ähnliche Menge an Substanz. Genau deshalb braucht Assam Broken nur 3 bis 4 statt 4 bis 5 Minuten, während Ceylon Broken schon nach 1 bis 2 Minuten kräftig schmeckt.
Ist der Aufguss bitter und pelzig auf der Zunge, war er meist zu lange oder zu heiß gezogen. Schmeckt er dünn und wässrig, war es zu wenig Blatt oder zu kurze Zeit. Wirkt er trüb und ölig auf der Oberfläche, steckt oft die Wasserqualität dahinter.
Das Blatt hat zu lange oder bei zu hoher Temperatur gezogen, häufig bei empfindlicheren Sorten wie Darjeeling First Flush oder Earl Grey. Die Korrektur ist einfach: beim nächsten Aufguss 30 bis 60 Sekunden früher absieben oder, bei zarten Sorten, die Wassertemperatur um 5 Grad senken.
Meist liegt es an zu wenig Blatt, zu kurzer Ziehzeit oder Wasser, das nicht heiß genug war. Ein halbes Gramm mehr Tee pro Tasse oder 30 Sekunden mehr Zeit gleichen das in der Regel aus, bei Assam und Ceylon-Broken lohnt zusätzlich der volle Siedepunkt statt lauwarmem Aufguss.
Hier lohnt ein Blick auf die Dosierung und das Wasser selbst, nicht nur auf die Uhr.
Trüber Schleier auf der Tasse? Sehr hartes Leitungswasser kann bei Schwarztee einen leicht öligen Film bilden, weil sich Inhaltsstoffe des Tees mit Kalzium im Wasser verbinden. Weiches bis mittelhartes Wasser mit einem Härtegrad von 0 bis 7 dH gilt als unproblematisch für Geschmack und Optik.
Zu Milch passen vor allem kräftige, malzige Sorten wie Assam oder klassische Broken-Blends, während zarte, blumige Tees wie Darjeeling First Flush oder aromatisierter Earl Grey meist pur mehr von sich zeigen. Wer Schwarztee gezielt für Milch aufgießt, wählt am besten die obere Dosierungsgrenze oder zieht 30 bis 60 Sekunden länger, damit der malzige Grundton auch nach dem Milchschuss noch erkennbar bleibt.
Bei der Reihenfolge gehen die Traditionen auseinander. Die britische Royal Society of Chemistry veröffentlichte dazu 2003 eine praxisorientierte Leitlinie, wonach Milch zuerst in die Tasse gehört, weil einzelne Milchtropfen sonst kurzzeitig sehr unterschiedlichen Temperaturen im heißen Tee ausgesetzt sind, was die Textur der Milch verändern kann. In Ostfriesland dagegen kommt die Sahne traditionell erst nach dem Tee in die Tasse und wird bewusst nicht umgerührt, sodass sich feine weiße Wölkchen bilden, während der Kluntje-Kandis am Boden langsam schmilzt.
Bei Masala Chai läuft die Zubereitung noch einmal anders: Wasser, Milch, Tee und Gewürze kochen dabei meist gemeinsam auf, statt getrennt zusammengeführt zu werden, wie es die britische Afternoon-Tea-Tradition vorsieht. Die feinen Unterschiede zwischen den Ritualen und passende Sortenempfehlungen findest du vertieft in unserem Beitrag Schwarztee mit Milch.
Die Tabelle oben ist ein Startpunkt, keine Zwangsjacke: Sobald du weißt, ob dir Assam nach 4 oder erst nach 5 Minuten am besten schmeckt, kannst du diese eine Zahl für dich behalten und musst nie wieder raten.
Am einfachsten gelingt der Vergleich, wenn du dieselbe Sorte zweimal hintereinander aufgießt und dabei nur eine Variable veränderst, etwa 30 Sekunden mehr Zeit oder ein halbes Gramm mehr Blatt, und den Unterschied bewusst schmeckst. Die Richtwerte in diesem Artikel sind mit den Empfehlungen des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands und des Bundeszentrums für Ernährung abgeglichen, als Orientierung für den eigenen Küchentisch, nicht als Laborvorschrift.
Wer die eigene Formel finden will, startet am besten mit einem Ganzblatt-Assam oder einem Ceylon OP aus dem TeaClub-Sortiment und einem Sieb, das die Blätter nach der Ziehzeit vollständig aus dem Wasser nimmt.
Ganzblatt-Assam liefert oft noch einen zweiten, etwas feineren Aufguss, weil das gerollte Blatt seine Aromen langsamer abgibt. Ceylon, besonders in gebrochener Qualität, ist dagegen meist nach dem ersten Aufguss ausgeschöpft. Als feste Regel gilt das nicht, eher als Erfahrungswert, der von Blattgröße und Frische abhängt.
Ja, First Flush zieht meist 2 bis 3 Minuten, Second Flush etwa eine Minute länger, also 3 bis 4 Minuten. Der Grund liegt im kräftigeren, an Muskatwein erinnernden Aroma der Sommerernte, das etwas mehr Zeit braucht, um sich zu entfalten. Temperatur und Dosierung bleiben bei beiden Ernten nahezu gleich.
Weil die zugesetzten ätherischen Bergamotte-Öle bei längerem Kontakt mit heißem Wasser zusammen mit den Gerbstoffen des Schwarztees stärker hervortreten und sich gegenseitig überlagern. Zwei bis vier Minuten reichen bei 90 bis 100 °C in der Regel aus, danach verschiebt sich das Verhältnis zwischen Zitrusnote und Bitterkeit.
Ja, sehr hartes Wasser kann einen leicht öligen Film auf der Tasse hinterlassen, weil sich Inhaltsstoffe des Tees mit Kalzium verbinden. Weiches bis mittelhartes Wasser mit einem Härtegrad von 0 bis 7 dH gilt als unproblematisch für den Geschmack. Wer sehr hartes Wasser aus der Leitung hat, kann ersatzweise gefiltertes Wasser verwenden.
Für einen Aufguss, der auch mit Milch noch Charakter zeigt, rechnest du am besten mit der oberen Dosierungsgrenze von etwa 3 Gramm pro Tasse oder ziehst die Standardmenge 30 bis 60 Sekunden länger. So bleibt der malzige Grundton auch nach dem Milchschuss erkennbar, ohne dass reine Bitterkeit dominiert.
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