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August 14, 2026 6 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Eine Kyusu ist die traditionelle japanische Seitengriffkanne aus Ton, in der loser Grüntee wie Sencha, Gyokuro oder Genmaicha zubereitet wird. Ihr Markenzeichen sind der im 90-Grad-Winkel zum Ausguss stehende Griff und ein festes Sieb, das die Blätter beim Einschenken zurückhält.
Wer zum ersten Mal eine Kyusu in der Hand hält, bemerkt schnell, dass sie sich völlig anders bedienen lässt als eine Kanne mit Rückengriff. Tonart, Sieb und Passform entscheiden am Ende, wie dein Sencha oder Gyokuro schmeckt. Schauen wir uns die einzelnen Bauteile also genauer an, bevor du dich für ein Modell entscheidest oder deine bestehende Kanne täglich nutzt.
Ob eine Kyusu zu deinem Tee und deiner Routine passt, hängt an ein paar handfesten Details, die oft untergehen:
Der Name Kyusu (急須) bezeichnete ursprünglich gar keine Teekanne, sondern ein kleines Gefäß mit Ausguss zum Erwärmen von Sake in China, das erst später in Japan auf die Teezubereitung übertragen wurde. Laut dem japanischen Nachschlagewerk Digital Daijisen meint der Begriff im heutigen Sprachgebrauch vor allem die kleine, mit einem Sieb ausgestattete Teekanne, wie sie in unzähligen japanischen Haushalten für grünen Tee auf dem Tisch steht.
Anders als eine chinesische Gaiwan-Deckelschale, bei der Deckel, Schale und Untertasse als drei getrennte Teile zusammenspielen, ist eine Kyusu ein geschlossenes System aus Korpus, Deckel, Ausguss, Griff und eingebautem Sieb. Genau diese Kombination macht sie zum festen Bestandteil, wenn japanischer Sencha oder andere feinblättrige Grüntees zubereitet werden.
Der seitliche Griff, japanisch Yokode genannt, geht auf eine Zeit zurück, in der Tee in Japan direkt über offenem Feuer aufgekocht wurde. Der oft innen hohle Griff hielt die Hand von der Hitze der Kanne fern, und die 90-Grad-Anordnung zum Ausguss erlaubt bis heute ein handgelenkschonendes Einschenken mit nur einer Hand, wie das offizielle Tourismusportal der Töpferstadt Tokoname beschreibt.
Neben der Yokode-Kyusu gibt es zwei weitere Grundformen. Die Ushirode-Kyusu trägt einen Griff am Rücken, ähnlich einer westlichen Kanne, während die Uwade- beziehungsweise Dobin-Kyusu einen obenliegenden Henkel besitzt und eher für größere Mengen oder kräftigere Tees gedacht ist.
Griffvarianten auf einen Blick: Yokode-Kyusu (seitlicher 90-Grad-Griff, die klassische Form für den täglichen Gebrauch), Ushirode-Kyusu (Rückengriff, näher an westlichen Kannen) und Uwade- beziehungsweise Dobin-Kyusu (obenliegender Henkel, häufig für größere Runden).
Tokoname in der Präfektur Aichi blickt auf über 1000 Jahre Keramikgeschichte seit dem späten Heian-Zeitalter zurück, doch die eigentliche Kyusu-Produktion begann dort erst rund 200 Jahre später, gegen Ende der Edo-Zeit, als ein Töpfer die Abbildung einer Teekanne nachbaute. 1878 holte der als „Töpfervater" bekannte Handwerker Koie Hoju den chinesischen Meister Jin Shiheng aus der Yixing-Region nach Tokoname, um die Formtechnik roter und violetter Teekannen zu vermitteln. Dieser Wissenstransfer gilt bis heute als Wurzel der modernen Shudei-Kyusu, wie das Keramik-Fachportal Touroji dokumentiert. 1998 wurde der dritte Yamada Jozan für seine Tokoname-Shudei-Kyusu als Träger eines staatlich anerkannten „Wichtigen Immateriellen Kulturguts" ausgezeichnet, umgangssprachlich als lebender Nationalschatz bekannt.
Der charakteristische Ton, Shudei genannt, ist stark eisenhaltig. Beim sauerstoffreichen Oxidationsbrand färbt er sich zinnoberrot, beim sauerstoffarmen Reduktionsbrand entstehen durch veränderte Eisenverbindungen anthrazit- bis schwarze Töne, sogenanntes Kokudei oder Udei.
Traditionelle Einschätzung, keine Studie: Japanische Quellen schreiben dem eisenhaltigen Ton eine Wechselwirkung mit den Gerbstoffen des Grüntees zu, die den Aufguss runder und milder im Geschmack machen soll. Eine unabhängig geprüfte wissenschaftliche Untersuchung dazu gibt es nicht, es handelt sich um eine sensorische Zuschreibung aus der japanischen Teekultur.
Traditionelle Kyusu werden auf zwei Arten gefertigt. Beim handgedrehten Tebiki-Rokuro-Verfahren entstehen Korpus, Deckel, Tülle, Griff und Sieb einzeln auf der Töpferscheibe und werden anschließend zusammengesetzt. Beim Ikomi-Gießverfahren wird flüssiger Ton dagegen in Gipsformen gegossen, was gleichmäßigere Wandstärken und höhere Stückzahlen ermöglicht, wie die Handwerksorganisation Kogei Japan festhält.
Die Rohlinge brennen anschließend rund 12 bis 18 Stunden bei etwa 1100 Grad Celsius und schrumpfen dabei auf etwa 80 Prozent ihrer ursprünglichen Größe. Weil der Ton beim Brand unregelmäßig schrumpft, passt kein Deckel von der Stange exakt auf den zugehörigen Korpus. Deshalb werden Deckel und Korpus einer traditionellen Kyusu stets gemeinsam gebrannt und danach von Hand passgenau ineinander eingeschliffen, ein Verfahren namens Suriawase. Das Ergebnis ist eine besonders spaltfreie, luftdichte Passform, die Wärme im Inneren hält.
Das Fassungsvermögen klassischer Kyusu liegt meist zwischen 150 und 450 Millilitern. Kleine Kannen um 150 bis 250 Milliliter sind für ein bis zwei Personen und mehrere Aufgüsse ausgelegt, größere Modelle bis rund 450 Milliliter für mehrere Gäste, wie die Global Japanese Tea Association beschreibt. Manche modernen Sonderanfertigungen, etwa aus Glas, fassen mit bis zu 600 Millilitern deutlich mehr, bleiben dabei aber die Ausnahme vom Standard. Beim Sieb selbst stehen sich meist zwei Ausführungen gegenüber: das feine, in den Korpus eingearbeitete Tonsieb und das oft noch engmaschigere Edelstahlsieb, das sich leichter reinigen lässt. Unsere Kyusu mit Edelstahlsieb in 200 Millilitern eignet sich dadurch besonders gut für kleinere Portionen und feinblättrige Sorten.
Neben der gegriffenen Kyusu gibt es grifflose Verwandte. Ein Houhin fasst meist unter 200 Milliliter und trennt Blatt und Aufguss über ein eingearbeitetes Sieb samt Ausgusskante, während ein Shiboridashi mit seiner flachen Schalenform ganz ohne Sieb auskommt und die Blätter über einen schmalen Spalt zwischen Deckel und Rand zurückhält. Beide Formen sind für niedriger temperierte, hochwertige Tees wie Gyokuro oder Kabusecha gedacht.

Spülmittel gehört bei einer Kyusu grundsätzlich nicht zum Einsatz, weil es die feine Oberfläche im Inneren angreifen und den Geschmack künftiger Aufgüsse verändern kann. Die offizielle Pflegeanleitung der Tokoname Tourismusvereinigung beschreibt stattdessen ein einfaches Ritual in fünf Schritten:
Wer sich für eine handgefertigte Tokoname-Kyusu in Schwarz entscheidet, sollte dieses Ritual von Anfang an einhalten. Gerade die dunkle, im Reduktionsbrand entstandene Oberfläche entwickelt mit der Zeit eine Patina, die nur bei konsequent spülmittelfreier Pflege entsteht.
Beim Brennen in Tokoname schrumpft der Ton auf 80 Prozent seiner Größe, und trotzdem muss am Ende jeder Deckel exakt auf seinen Korpus passen. Diese Präzision aus der Werkstatt setzt sich zu Hause fort: Eine Kyusu braucht kein aufwendiges Zubehör. Sie will einfach die gleiche Sorgfalt, mit der sie geformt wurde, nur Wasser, bei Bedarf eine weiche Bürste und Zeit zum vollständigen Trocknen.
Wer das einmal verinnerlicht hat, merkt schnell, wie sehr sich Griffposition, Sieb und Ton auf den Charakter jeder einzelnen Tasse auswirken. Nimm dir für den nächsten Sencha oder Gyokuro bewusst einen Moment für die Kanne selbst, bevor der Tee überhaupt hineinkommt.
Der Hauptunterschied liegt am Griff und am Sieb. Anders als Houhin oder Shiboridashi, die beide grifflos sind, besitzt eine Kyusu einen seitlichen Griff und ein festes Sieb. Ein Houhin trennt Blatt und Aufguss über ein eingearbeitetes Sieb, ein Shiboridashi dagegen nur über einen schmalen Spalt zwischen Deckel und Rand.
Der Griff ist innen hohl, damit er beim Aufgießen mit heißem Wasser selbst kühl bleibt. Diese Bauweise stammt aus einer Zeit, in der Tee über offenem Feuer gekocht wurde, und schützt bis heute die Hand beim Einschenken vor Verbrennungen.
Weil Spülmittel die feine Oberfläche im Inneren der Kanne angreifen und den Geschmack künftiger Aufgüsse verändern kann. Offizielle Pflegeanleitungen aus Tokoname empfehlen stattdessen, die Kanne nur mit heißem Wasser auszuspülen und hartnäckige Rückstände trocken mit einer weichen Zahnbürste zu lösen.
Die Farbe zeigt, wie die Kanne gebrannt wurde. Ein sauerstoffreicher Oxidationsbrand färbt den eisenhaltigen Ton zinnoberrot, ein sauerstoffarmer Reduktionsbrand erzeugt durch veränderte Eisenverbindungen anthrazit- bis schwarze Töne. Beide Varianten bestehen aus demselben Shudei-Ton, nur die Ofenatmosphäre unterscheidet sich.
Yokode bezeichnet die klassische Griffposition seitlich im 90-Grad-Winkel zum Ausguss. Sie steht der Ushirode-Kyusu mit Rückengriff und der Uwade- beziehungsweise Dobin-Kyusu mit obenliegendem Henkel gegenüber, die eher für größere Mengen oder kräftigere Tees genutzt werden.
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