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August 19, 2026 5 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Cold Brew Tee entsteht, wenn du losen Tee mehrere Stunden lang in kaltem Wasser im Kühlschrank ziehen lässt. Für echten Tee aus grünen, schwarzen, weißen oder Oolong-Blättern reichen dafür eigentlich nur kaltes Wasser, die richtige Menge und ein bisschen Geduld. Kräuter- und Früchtetee brauchst du für einen sicheren Aufguss weiterhin mit kochendem Wasser.
Wer sich sonst durch Sencha, Gyokuro oder einen kräftigen Assam probiert, kennt das Prinzip vom Heißaufguss bereits gut. Beim Kaltaufguss verschiebt sich vieles: Wasser braucht deutlich mehr Zeit, um die Aromastoffe aus dem Blatt zu lösen, und auch die passende Teemenge verändert sich.
Die größte Stolperfalle liegt nicht in der Ziehzeit, sondern in der Wahl der richtigen Teesorte:
Für einen gelingenden Cold Brew Tee gibst du losen Tee und kaltes Leitungswasser in eine Kanne mit Sieb oder ein verschließbares Gefäß und stellst alles für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Als Richtwert gilt rund ein Teelöffel loser Tee auf 250 Milliliter Wasser, bei zarteren Blättern auch das etwa 1,5-Fache der sonst üblichen Heißaufguss-Menge, weil kaltes Wasser weniger stark extrahiert.
Häufiger Fehler: Wer zu wenig Tee verwendet, bekommt einen dünnen, faden Aufguss. Kaltes Wasser braucht spürbar mehr Blattmasse als heißes, um Farbe und Aroma zu entwickeln.

Die Ziehzeit für Cold Brew Tee reicht grob von zwei bis zwölf Stunden im Kühlschrank, abhängig von Teesorte, Blattgröße und persönlichem Geschmack. Japanischer Grüntee wie eine feiner Kabuse Sencha zieht meist kürzer als anderer Grüntee, während Weißtee und Schwarztee am oberen Ende der Spanne liegen.
| Teesorte | Ziehzeit im Kühlschrank | Hinweis |
|---|---|---|
| Japanischer Grüntee (z. B. Sencha) | ca. 2 bis 4 Stunden | Kurze Ziehzeit für grasige, frische Noten |
| Westlicher Grüntee | ca. 3 bis 5 Stunden | Etwas länger als japanischer Sencha |
| Gyokuro (beschattet) | eher am oberen Ende der Spanne | Höherer Aminosäuregehalt verträgt längeres Ziehen |
| Oolong-Tee | ca. 3 bis 6 Stunden | Je nach Röstgrad anpassen |
| Weißer Tee | ca. 3 bis 8 Stunden | Zartes Blatt verträgt eine lange Ziehzeit |
| Schwarzer Tee | ca. 3 bis 8 Stunden | Klassiker für einen kräftigen Cold Brew |
Ein beschatteter Gyokuro lohnt sich für alle, die etwas länger warten möchten, denn sein hoher Aminosäuregehalt bringt gerade bei längerer Ziehzeit feine Umami-Nuancen hervor. Am einfachsten näherst du dich der passenden Zeit an, indem du nach der Mindestdauer probierst und bei Bedarf noch ein bis zwei Stunden dranhängst.
Echter Tee aus der Teepflanze lässt sich bedenkenlos kalt aufgießen, weil er im Herstellungsprozess bereits bei 60 bis 80 Grad Celsius erhitzt oder getrocknet wurde. Kräuter- und Früchtetee dagegen wird nach der Ernte nur getrocknet, ohne diesen Hitzeschritt, wodurch unbehandelte Pflanzenteile Keime tragen können.
Sicherheitshinweis: Laut Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern können sich in pflanzlichen Rohstoffen Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze befinden, die erst kochendes Wasser und eine ausreichende Ziehdauer zuverlässig abtöten. Gieße Kräuter- und Früchtetee deshalb immer heiß auf und lass ihn danach abkühlen.
Die Verbraucherzentrale Bremen weist zusätzlich darauf hin, dass ein keimbelasteter Kräuter- oder Früchtetee vor allem für Säuglinge, Kleinkinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein Risiko darstellen kann. Kommerzielle Cold-Brew-Mischungen durchlaufen laut dem Deutschen Tee & Kräutertee Verband deshalb einen speziellen Heißdampfschritt, damit sie überhaupt sicher kalt aufgegossen werden können.
Kalt aufgegossener Tee löst weniger Bitter- und Gerbstoffe (Catechine) als ein Heißaufguss, weil sich diese Verbindungen erst bei höheren Temperaturen stärker aus dem Blatt lösen. Das Ergebnis ist ein milderer, weniger herber Geschmack, bei dem feine Aromanuancen deutlicher hervortreten.
Beim Koffeingehalt sind sich die Quellen ehrlich gesagt uneinig: Ein Teil der Zubereitungsanleitungen geht durch die kühlere, langsamere Extraktion von einem geringeren Gehalt aus, andere sehen kaum einen Unterschied zum Heißaufguss. Eine unabhängige Laboranalyse für den deutschen Markt gibt es dazu bisher nicht, deshalb lässt sich das aktuell einfach nicht sicher sagen.
Die Methode stammt ursprünglich aus Japan, wo sie traditionell Mizudashi heißt, zusammengesetzt aus „Mizu" (Wasser) und „Dashi" (Aufguss). Besonders japanischer Grüntee wird dort seit Langem auf diese Weise zubereitet, lange bevor der Begriff Cold Brew in Europa Verbreitung fand.
Der Tee Report 2026 des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands beschreibt Cold Brew Teas als schnelle, unkomplizierte und kalorienarme Durstlöscher, die sich im deutschen Teemarkt fest etabliert haben, ähnlich wie zuvor der Matcha-Trend. Insgesamt tranken die Menschen in Deutschland 2025 pro Kopf rund 66 Liter Tee, davon knapp 27 Liter Schwarz- und Grüntee und etwa 39 Liter Kräuter- und Früchtetee. 2021 lag der Wert noch bei gut 71 Litern, insgesamt bleibt das Niveau also weiterhin hoch.
Wer die Tabelle aus diesem Guide einmal verinnerlicht hat, merkt schnell: Am Ende zählt vor allem, dass du deine Teesorte gut kennst, das Rezept selbst ist fast nebensächlich. Ein Sencha verzeiht kurze Wartezeiten, ein Gyokuro belohnt Geduld, und Kräutertee bleibt bei aller Experimentierfreude ein Fall für die heiße Kanne.
Am einfachsten startest du mit einer kleinen Menge deines liebsten Grün- oder Schwarztees, testest die Ziehzeit aus der Tabelle als Ausgangspunkt und passt sie beim nächsten Ansatz nach Geschmack an. Wer zusätzlich Lust auf klassische Eistee-Rezepte hat, findet in unserem Ratgeber zum Eistee selber machen weitere Ideen für heiße Tage.
Ein selbst angesetzter Cold Brew Tee hält sich im Kühlschrank in der Regel 24 bis 48 Stunden, bevor Aroma und Frische spürbar nachlassen. Bei besonders sauberer, kühler Lagerung berichten manche Zubereitungsanleitungen auch von bis zu drei oder vier Tagen. Am besten schmeckt der Aufguss aber innerhalb des ersten Tages.
Nein, eine längere Ziehzeit gleicht das fehlende Erhitzen nicht aus. Kräuter- und Früchtetee besteht aus getrockneten, aber nicht hitzebehandelten Pflanzenteilen, in denen Keime nur durch kochendes Wasser zuverlässig abgetötet werden. Für einen sicheren Kaltaufguss eignen sich deshalb nur echter Tee oder speziell dafür hergestellte Cold-Brew-Mischungen.
Meist liegt es an zu wenig losem Tee im Verhältnis zum Wasser. Kaltes Wasser extrahiert deutlich langsamer als heißes, weshalb für einen Kaltaufguss ruhig etwas mehr Blattmenge sinnvoll ist als beim Heißaufguss. Auch eine zu kurze Ziehzeit im Kühlschrank führt schnell zu einem dünnen Ergebnis.
Ja, Matcha lässt sich auch kalt zubereiten, weil das Pulver komplett vermahlenes Blatt ist, das sich direkt in Wasser auflöst und nicht separat zieht. Du rührst oder schüttelst das Pulver einfach in kaltes Wasser ein, ein Abseihen entfällt dadurch komplett. Für ein feineres Ergebnis hilft kurzes Aufschlagen mit einem Sieb oder Shaker.
Ja, viele Sorten mit größerem Blatt lassen einen zweiten Aufguss zu, meist wieder mit kaltem Wasser für einige weitere Stunden im Kühlschrank. Der zweite Aufguss schmeckt in der Regel leichter und weniger komplex als der erste. Am ehesten funktioniert das bei kräftigen Sorten wie Schwarztee oder Oolong.
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