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August 23, 2026 5 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Tee kalt aufgießen heißt, losen Tee mit kaltem Wasser anzusetzen und ihn drei bis 24 Stunden im Kühlschrank ziehen zu lassen. Dabei lösen sich Bitter- und Gerbstoffe nur langsam, während sich Aromastoffe schon im Kalten herauslösen, weshalb das Ergebnis merklich milder schmeckt als ein klassischer Heißaufguss.
Der Trend ist unter Namen wie Cold Brew Tee oder, in Anlehnung an die japanische Tradition, Mizudashi bekannt und hat sich in den letzten Jahren vom Nischenritual zum festen Sommerbegleiter entwickelt. Wer schon einmal enttäuscht war, weil ein hochwertiger Tee heiß aufgebrüht bitter schmeckte, findet im Kaltaufguss oft ein ausgeglicheneres Ergebnis in der Tasse.
Wie lange ein Tee ziehen darf, wie viel du davon brauchst und ob Kräutertee überhaupt roh kalt aufgegossen werden sollte, entscheidet am Ende über Geschmack und Sicherheit gleichermaßen.
Der Kaltaufguss ersetzt heißes Wasser durch kaltes und dehnt die Ziehzeit von wenigen Minuten auf mehrere Stunden, weil sich Geschmacksstoffe bei niedrigen Temperaturen deutlich langsamer lösen. Diese Zubereitung ist in Asien seit Langem als Mizudashi bekannt, und der Deutsche Tee & Kräutertee Verband ordnet den hierzulande gewachsenen Cold-Brew-Trend ausdrücklich in diese Tradition ein.
Wieso das Ergebnis milder schmeckt, erklärt die Verbraucherzentrale Bayern: Bitter- und Gerbstoffe benötigen Wärme, um sich rasch zu lösen, während sich Aromastoffe bereits im kalten Wasser freisetzen. Genau dieses Prinzip macht auch aus empfindlichen, hochwertigen Blatttees einen sanfteren Trinkgenuss, ohne dass du an der Dosierung sparen musst.
Wie stark die Ziehzeit den Charakter eines Tees prägt, zeigt sich im Grunde schon beim klassischen Heißaufguss, den wir in unserem Beitrag über das richtige Ziehenlassen von Tee ausführlich behandeln. Beim Kaltaufguss verstärkt sich dieser Effekt einfach über einen deutlich längeren Zeitraum.
Die Ziehzeit richtet sich in erster Linie nach der Teeart: Grüntee und Hojicha entfalten ihr Aroma oft schon nach 30 Minuten bis vier Stunden, Weißtee und Oolong brauchen etwa drei bis zehn Stunden, und kräftiger Schwarztee zieht am längsten, meist acht bis 24 Stunden.
Bei der Mizudashi-Methode liegen viele Grüntees sogar nur drei bis sechs Stunden im Kühlschrank, und Hojicha entwickelt einem gängigen Fachratgeber zufolge schon nach etwa einer halben Stunde ein rundes Aroma. Gerade filigrane Sorten wie Gyokuro oder Sencha profitieren von dieser langsamen Kaltextraktion, weil die empfindlichen Blätter weniger schnell überzogen werden.
| Teeart | Ziehzeit im Kühlschrank | Menge pro Liter |
|---|---|---|
| Grüntee, Hojicha | 30 Minuten – 4 Stunden | 8–12 g |
| Weißtee, Oolong | 3–10 Stunden | 8–12 g |
| Schwarztee | 8–24 Stunden | 8–12 g |
Faustregel: Für einen Liter Kaltaufguss rechnest du mit rund 8 bis 12 Gramm losem Tee, das ist etwa die doppelte Menge im Vergleich zum Heißaufguss.

Nein, klassischen Kräuter- und Früchtetee solltest du nicht ungekocht mit kaltem Wasser aufgießen. Er wird nach der Ernte lediglich getrocknet, nicht aber erhitzt, wodurch laut Verbraucherzentrale Bremen Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze in den Pflanzenteilen erhalten bleiben können.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb grundsätzlich zum Aufguss mit kochendem Wasser, weil in Kräuter- und Früchtetee in seltenen Fällen auch Erreger wie EHEC oder Salmonellen vorkommen können. Eine sichere Abtötung von Salmonellen ist laut dieser Einschätzung bei einer Kerntemperatur von 70 Grad über zehn Minuten zu erwarten, in der Praxis gelten auch fünf Minuten mit kochendem Wasser als ausreichend.
Sichere Ausnahme: Speziell als „Cold Brew" deklarierte Kräuter- oder Früchtetee-Beutel durchlaufen ein Heißdampfverfahren, das den Keimgehalt senkt, und gelten laut Verbraucherzentrale Bremen als für den Kaltansatz geeignet.
Echter Tee aus der Pflanze Camellia sinensis, also Grün-, Weiß-, Oolong- und Schwarztee, durchläuft im Herstellungsprozess bereits eine Erhitzung und gilt deshalb beim Kaltaufguss als unbedenklich. Wer beim Kräutertee lieber auf Nummer sicher gehen will, findet in unserer Übersicht zu Kräuterteesorten Inspiration für die klassische, heiße Zubereitung.
Matcha lässt sich nicht im klassischen Sinn kalt aufgießen, weil das feine Blattpulver komplett im Wasser bleibt und mitgetrunken wird. Es genügt, das Pulver kräftig zu schütteln oder mit einem Matcha-Besen in kaltem Wasser zu verrühren, etwa direkt in einer verschließbaren Flasche. Wie du die Qualität von Matcha erkennst, haben wir in unserem Beitrag zu typischen Matcha-Merkmalen gesammelt.
Die Wasserqualität spielt beim Kaltaufguss eine größere Rolle als beim Heißaufguss: weiches, stilles Wasser lässt Farbe und Klarheit des Tees intakt, während stark kalkhaltiges Leitungswasser den fertigen Aufguss trüben kann.
Kalt angesetzter Tee gehört durchgehend in den Kühlschrank, weil niedrige Temperaturen die Vermehrung von Bakterien hemmen. Wie lange sich der fertige Aufguss hält, wird in Ratgebern unterschiedlich beantwortet: konservative Angaben nennen 24 bis 48 Stunden, andere Quellen sprechen von drei bis fünf Tagen. Ohne einheitlichen Konsens fährst du mit den kürzeren, konservativen Werten sicherer.
Bei einzelnen japanischen Spezialsorten wie Benifuuki wird in Fachkreisen vereinzelt empfohlen, auf den Kaltansatz zu verzichten, weil sich bei sehr langer Kaltwasser-Ziehzeit möglicherweise lichtempfindliche Substanzen bilden könnten. Eine breite wissenschaftliche Bestätigung dafür gibt es bislang nicht, weshalb diese Einschätzung eher als Randnotiz für Raritäten-Liebhaber gilt.
Der größte Unterschied zwischen einem gelungenen und einem enttäuschenden Kaltaufguss liegt selten an der Technik selbst, sondern an der Vorlaufzeit: Wer erst am Nachmittag ansetzt und schon abends trinken möchte, arbeitet gegen die Ziehzeiten von Schwarztee oder Oolong an.
Ansetzen am Vorabend, ein passendes Zeitfenster für die jeweilige Teeart und eine bewusste Trennung zwischen echtem Tee und rohem Kräutertee entscheiden am Ende darüber, ob der Aufguss gelingt und unbedenklich bleibt.
Wer den Kaltaufguss als Basis für Eistee weiterverwenden möchte, findet in unserem Beitrag Eistee selber machen passende Rezepte und Variationen für die wärmere Jahreszeit.
Nein, kalt angesetzter Tee gehört durchgehend in den Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur vermehren sich Bakterien während der mehrstündigen Ziehzeit deutlich schneller, was das Risiko erhöht. Die Kühlschranktemperatur bremst dieses Wachstum und macht den Aufguss über die gesamte Ziehzeit sicherer.
Ratgeber nennen hierzu unterschiedliche Zeiträume, von konservativen 24 bis 48 Stunden bis zu drei bis fünf Tagen im Kühlschrank. Einen einheitlichen Konsens gibt es nicht, weshalb die kürzeren Werte die sicherere Orientierung bieten. Am besten testest du den Geschmack vor jedem Nachschenken.
Nein, klassische Früchte- und Kräuterteebeutel sind für den Kaltaufguss ungeeignet, weil sie nach der Ernte nur getrocknet, nicht aber erhitzt wurden und dadurch Keime enthalten können. Speziell als „Cold Brew" deklarierte, hitzebehandelte Mischungen bilden die sichere Ausnahme.
Bitter- und Gerbstoffe lösen sich nur bei Wärme schnell aus dem Blatt, während sich Aromastoffe bereits im kalten Wasser freisetzen. Dadurch bleibt beim Kaltaufguss vor allem das Aroma erhalten, während die Bitterkeit im Hintergrund bleibt.
Weiches, stilles Wasser liefert die klarsten Ergebnisse, weil es Farbe und Transparenz des Tees kaum beeinflusst. Stark kalkhaltiges Leitungswasser kann den fertigen Aufguss dagegen sichtbar trüben. Wer unsicher ist, greift zu stillem Flaschenwasser oder gefiltertem Leitungswasser.
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