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Juni 26, 2026 6 min Lesezeit
Dieser Blog mit Bildern und Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt und von uns redaktionell geprüft.
Eine Kyusu ist eine japanische Teekanne mit seitlichem Griff und eingebautem Sieb, gemacht für losen japanischen Grüntee. Der praktische Gewinn liegt im schnellen, vollständigen Abgießen und in der sauberen Trennung von Blatt und Aufguss. Wer regelmäßig Sencha trinkt, merkt diesen Unterschied bei jedem Aufguss.
Vermutlich stehst du vor der Frage, ob die Kyusu wirklich mehr ist als hübsches Zubehör. Die Antwort hängt an der Teesorte: Bei Sencha macht sie den größten Unterschied, während Matcha eine Schale und einen Chasen braucht.
Damit du die Auswahl pragmatisch angehen kannst, helfen ein paar Eckpunkte:
Eine Kyusu ist eine japanische Teekanne für Blatttee. Du brauchst sie, sobald du Sencha oder einen vergleichbaren Grüntee regelmäßig so aufgießen willst, dass die Blätter frei ziehen und danach schnell vom Aufguss getrennt werden.
Eine Deko-Kanne ist die Kyusu nicht. Ihr Nutzen zeigt sich genau dort, wo lose Grünteeblätter Platz brauchen und der Aufguss trotzdem rasch von den Blättern weg muss. Der seitliche Griff macht das Ausgießen ruhig und kontrollierbar, und das integrierte Sieb hält die Blätter zurück, während die Kanne vollständig geleert wird. Genau diese Disziplin findest du in der offiziellen japanischen Tee-Broschüre, die das Kyūsu als traditionelles Teekännchen für den Aufguss vorstellt.
Sencha profitiert am stärksten von dieser Bauweise. Gyokuro nutzt dieselbe kontrollierte Zubereitung, und Genmaicha funktioniert ebenso, sofern das Sieb sauber abgießt. Für Matcha bringt eine Kyusu hingegen keinen Vorteil, weil Matcha als Pulver in der Schale aufgeschlagen wird. Wer den passenden Korpus dazu sucht, findet eine kuratierte Auswahl in unserer Sammlung japanischer Teekannen.
Für die meisten Leser passt eine Kyusu zwischen 200 und 400 ml. Diese Spanne deckt zwei kleine Tassen ab und bleibt handlich genug für die kurzen Aufgüsse, die japanischer Grüntee verlangt.
Bei 100 bis 150 ml trinkst du als einzelne Person sehr konzentrierte Aufgüsse, was zu Gyokuro oder zu einem bewussten Sencha-Moment passt. Im Bereich von 200 bis 400 ml bedient die Kyusu den Alltag für zwei bis drei Personen, etwa mit unserer Banko-Kyusu mit 270 ml, die für Sencha zu zweit besonders praktisch ausfällt. Ab 400 ml verschiebt sich die Rolle Richtung Gästekanne, und für kurze Aufgüsse einer einzelnen Person wird sie schnell zu groß.
| Volumen | Personen | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| 100–150 ml | 1 Person | Gyokuro, konzentrierter Sencha |
| 200–350 ml | 2–3 Personen | Sencha-Alltag, Mehrfachaufgüsse |
| 400–550 ml | 4–5 Personen | Gästerunde, Bancha, Hōjicha |
Die gängigen Größenrichtwerte aus Tokoname bestätigen diese Staffelung als pragmatischen Korridor.
Tokoname und Banko stehen für zwei eigenständige japanische Keramiktraditionen. Beim Kauf zählt weniger der Name an sich, sondern wie sich Ton, Ausguss und Sieb im Alltag mit deinem Tee verhalten.
Tokoname gehört zu den ältesten Keramikzentren Japans. Die Region zählt zu den Six Ancient Kilns mit Wurzeln im frühen 12. Jahrhundert, und die typische rote Kyusu aus eisenreichem Ton hat sich erst im 19. Jahrhundert etabliert, eng verbunden mit der Sencha-Kultur jener Zeit. Banko-Kyusu kommen aus Yokkaichi in der Präfektur Mie. Der dunkle Shidei-Ton wird oft unglasiert verarbeitet und fühlt sich im Gebrauch eher wie ein Werkzeug für wiederkehrende Grüntee-Aufgüsse an als wie Repräsentationsgeschirr.
Hintergrund: Bei Suigetsu in Yokkaichi entsteht ein handgefertigtes Banko-Sieb mit rund 300 Löchern; gebrannt wird etwa 30 Stunden bei 1.170 °C.
Porzellan wirkt im Vergleich glatter und neutraler. Keramik gibt mehr Griffgefühl und hält Wärme anders. Bei unglasierter Ware bleibst du am besten bei ähnlichen Teeprofilen, damit sich keine fremden Aromen im Material festsetzen.
Das Sieb entscheidet, wie sauber eine Kyusu ausgießt. Für normalen Sencha reicht ein gutes Keramiksieb, während feiner Fukamushi mehr Filterfläche verlangt.
Beim genaueren Blick lohnt sich der Vergleich der drei verbreiteten Bauformen, die auch der Töpferei Ukou als Standardrepertoire dienen.
| Siebtyp | Material & Bauform | Stärke im Alltag |
|---|---|---|
| Sasame | Keramik, fein perforiert nahe der Tülle | Hält den Charakter einer Tonkanne zusammen, ideal für normalen Sencha |
| Obi-ami | Edelstahlband rund um die Innenwand | Große Filterfläche, robust gegen Verstopfung bei Fukamushi |
| Ballfilter | Halbkugel am Ausguss, Keramik oder Metall | Mehr Fläche als reine Ausgusslöcher, solider Kompromiss |
Sasame arbeitet zuverlässig bei normalem Blatt, kann aber bei sehr feinen Partikeln langsamer werden. Obi-ami bringt die größte Innenfläche und verlangt dafür mehr Aufmerksamkeit beim Trocknen. Der Ballfilter bleibt ein praktikabler Mittelweg, wenn der Tee feine Partikel mitbringt.
Sencha gelingt in der Kyusu mit etwa 70 °C heißem Wasser und kurzer Ziehzeit. Der erste Aufguss braucht ungefähr eine Minute, jeder weitere wird kürzer. Diese Werte stützt die offizielle Anleitung des japanischen Generalkonsulats Hamburg.
Die letzten Tropfen sind kein Detail. Restwasser zieht weiter und macht den nächsten Aufguss unausgewogen. Wer tiefer in Sortenfragen einsteigen will, findet im Ratgeber rund um frischen Sencha weiterführende Hinweise zur Blattauswahl.
Im Alltag reinigst du eine Kyusu mit warmem Wasser und ausreichend Zeit zum Trocknen. Spülmittel und Spülmaschine bleiben riskant, besonders bei unglasierter Keramik.
Teeflecken sind nicht automatisch ein Mangel. Viele Kyusu entwickeln über die Zeit eine ruhige Patina, die ihren Charakter ausmacht. Erst wenn Rückstände den Geschmack stören, greifst du gezielt ein.
Die beste Kyusu ist selten die auffälligste Kanne im Regal. Größe, Sieb und Pflege greifen ineinander, denn jede dieser Entscheidungen bestimmt, wie sauber der Tee aus der Kanne kommt und wie gern du sie wieder zur Hand nimmst.
Eine schöne Kanne nützt wenig, wenn sie für deine übliche Portion zu groß ausfällt. Im Alltag entscheidet das Sieb stärker über Frust oder Freude als die Herkunftsregion, und gute Pflege beginnt damit, Rückstände schnell zu entfernen und die Kyusu offen trocknen zu lassen.
Leg zuerst fest, welchen Tee du am häufigsten trinkst und wie viel davon. Prüfe danach eine Kyusu zwischen 200 und 400 ml mit sauber gearbeitetem Sieb, und du hast die Basis, auf der jeder Aufguss verlässlich gelingt.
100 bis 150 ml reichen für eine Person, wenn du kleine und konzentrierte Aufgüsse trinkst. Eine 200-ml-Kyusu bleibt praktischer, sobald du eine größere Tasse füllen oder zwei kurze Aufgüsse direkt nacheinander planen möchtest. Die Wahl folgt also weniger dem Personenstand als deiner üblichen Trinkmenge pro Sitzung.
Nein, Matcha gehört in eine Schale und wird mit einem Chasen aufgeschlagen. Eine Kyusu ist für Blatttee gebaut, und das feine Pulver würde im Sieb hängen bleiben, ohne sich sauber im Wasser zu verteilen. Für Matcha brauchst du also ein eigenes Set aus Schale und Bambusbesen.
Feine Partikel setzen das Sieb zu, besonders bei Fukamushi-Sencha mit längerer Dämpfung. Ein Obi-ami-Sieb bietet hier deutlich mehr Filterfläche und bleibt länger durchgängig. Nach jedem Aufguss hilft gründliches Ausspülen von Sieb und Tülle, damit sich keine Reste festsetzen.
4 bis 6 g sind ein sinnvoller Startpunkt für 200 ml Sencha. Die Spanne folgt aus 2 bis 3 g je 100 ml und gibt dir Spielraum nach Sorte. Bei kräftigem Tee gehst du eher an das untere Ende, bei zarteren Profilen darf es etwas mehr sein.
Nein, im Alltag sollte die Kyusu nicht in die Spülmaschine. Hitze und Bewegung können Oberfläche, Deckelpassung und Sieb belasten, besonders bei unglasierter Keramik. Warmes Wasser, gegebenenfalls eine weiche Bürste und gründliches Trocknen sind der sicherere Weg.
Ja, Gyokuro funktioniert in einer Kyusu sehr gut, sofern du kleiner und kühler aufgießt als bei Sencha. Die Kanne sollte das feine Blatt sauber zurückhalten und vollständig leerlaufen. Bei sehr kleinen Mengen fühlt sich eine kompakte Kyusu im Bereich um 150 bis 200 ml angenehmer an.
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